Einsteiger und Umsteiger greifen für ihre E-Zigarette gerne zu Fertigliquids. Mittlerweile gibt es die E-Liquids in unterschiedlichsten Mischungen und Geschmacksrichtungen. Viele erfahrene Dampfer denken aber früher oder später über das Selber mischen nach, sei es um Kosten zu sparen oder um ganz neue Geschmäcker zu kreieren. Insbesondere beim Sub-Ohm-Dampfen mit modernen Verdampfern und hohen Leistungen ist der Liquidverbrauch oft so hoch, dass sich das selber mischen schnell positiv im Geldbeutel bemerkbar macht. Nachdem man sich ein gewisses Grundwissen angeeignet und die nötigen Hilfsmittel besorgt hat, ist das Mischen von E-Liquid für elektronische Zigaretten kein Hexenwerk mehr und geht ganz einfach von der Hand.

Die Basis: PG, VG, Wasser

Grundlage des Liquids für E-Zigaretten ist die Basis. Die besteht in der Regel aus Propylenglykol (PG) und pflanzlichem Glycerin (VG, englisch: vegetable Glycerin). In einigen Fällen gehört außerdem ein gewisser Anteil Wasser zu der Liquidbasis. PG, VG und das Wasser haben unterschiedliche Eigenschaften. Das PG dient vor allem als Geschmacksträger, es erzeugt nur wenig Dampf, der sich zudem auch schnell auflöst. Das VG sorgt hingegen für einen dichten, langanhaltenden Dampf. Eventuell zugesetztes Wasser hilft dabei, das Fluid zu verflüssigen, damit es nicht zu Nachflussproblemen im Tankverdampfer kommt. Im Laufe der Zeit haben sich bestimmte Mischungsverhältnisse als besonders geeignet herausgestellt.

  • Traditionelle Basis: 55% PG, 35% VG, 10% Wasser
  • 50/50-Basis: 50% PG, 50% VG
  • Cloud-Basis: 80% VG, 20% Wasser
  • Ice Blade: 90% PG, 10% Wasser

Die traditionelle Basis bietet ein ausgewogenes Verhältnis aus Geschmack und Dampfdichte, außerdem kommt es durch den Wasseranteil auch in älteren Geräten nur selten zu Nachflussproblemen. Weil das Wasser oft schlagartig verdampft und deshalb zum Spritzen neigt, ist gerade beim Dampfen mit hoher Leistung oft eine 50/50-Basis die bessere Wahl. Der PG-Anteil ist hoch genug für einen guten Geschmack, der erhöhte VG-Anteil lässt einen dichten Dampf entstehen und durch das fehlende Wasser spritzt die Mischung nicht. In modernen Verdampfern mit großen Liquidlöchern ist der Nachfluss auch ohne den Wasseranteil normalerweise kein Problem.
Spezielle Basen sind die Cloud-Basis und die Ice Blade-Basis. Beide Varianten richten sich an erfahrene Dampfer, die mal etwas Anderes ausprobieren möchten. Die Cloud-Basis erzeugt durch ihren enorm hohen VG-Anteil einen besonders dichten, satten Dampf, der lange im Raum steht. Das zugesetzte Wasser ist nötig, um das enorm zähe VG zu verflüssigen. Für viele Tankverdampfer ist die Mischung trotzdem noch zu dickflüssig, weshalb es zu Nachflussproblemen kommt. Die Folge: Der berühmte Dry-Hit und ein verbrannter Geschmack. Im Tröpfler lässt sich die Cloud-Basis hingegen in der Regel problemlos nutzen. Eine andere besondere Basis nennt sich Ice Blade. Die Mischung verzichtet komplett auf das VG und besteht lediglich aus 90 – 95% PG sowie einem kleinen Teil Wasser. Durch den hohen PG-Anteil kommt der Geschmack des zugesetzten Aromas besonders gut zur Geltung, man atmet nach dem Inhalieren aber nur einen dünnen Dampf aus, der sehr schnell verfliegt. Das macht die Mischung ideal zum „Stealth-Dampfen“, sorgt bei vielen Nutzern der E-Zigarette aber auch für eine Enttäuschung.
Der Markt hält mittlerweile viele verschiedene Mischungsverhältnisse zum Kauf bereit. Beinahe jeder Hersteller von Basisliquid hat die traditionelle Basis, die 50/50-Mischung und die Cloud-Basis im Angebot – in unterschiedlichen Nikotinstärken und natürlich auch ganz ohne Nikotin. PG und VG sind häufig verwendete Lebensmittelzusatzstoffe, die problemlos auch in großen Mengen erhältlich sind. Die Herstellung nikotinfreier Basis ist deshalb besonders einfach: 50% PG mit 50% VG vermengen und schon hat man die eigene 50/50-Basis zur Hand.

Different sorts of vegetables, fruit and spicy herbsDas Aroma: Von A wie Apfel bis Z wie Zimt

Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Liquids für elektronische Zigaretten ist natürlich das Aroma, das für das Geschmackserlebnis beim Dampfen sorgt. Weil der Geschmack ein sehr subjektives Empfinden ist, existieren enorm viele verschiedene Aromen, die in der Regel auf klassischen Lebensmittelaromen basieren. Die Auswahl reicht von fruchtigen Aromen wie Apfel, Erdbeere, Banane oder Kirsche über süße Geschmäcker wie Schokolade und Vanille bis hin zu Tabakaromen. Mittlerweile gibt es spezielle Aromamischungen für Dampfer, bei denen verschiedene Geschmäcker bereits kombiniert sind. Apfelkuchen, Erdbeer-Waffel oder Vanillepudding sind da nur einige Beispiele. Die Hersteller geben in den meisten Fällen bereits eine Dosierempfehlung in Prozent an, was die Arbeit erleichtert. Bei einer Dosierempfehlung von 10% gibt man beim Anmischen von 50 ml E-Liquid dementsprechend 5 ml vom Aroma zu 45 ml Basisliquid. Natürlich sind der Fantasie beim Mischen keine Grenzen gesetzt. Viele Dampfer setzen ihren Mischungen noch etwas Mentholaroma zu oder erschaffen durch die Kombination verschiedener Aromen das persönliche, einzigartige Lieblingsliquid. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass das Aroma lediglich auf PG oder VG basiert, was bei speziell für Dampfer hergestellten Aromen aber fast immer der Fall ist. Öle oder Fette haben in einem E-Liquid nichts zu suchen.

Praktische Hilfsmittel

Zum Selbermischen des „Treibstoffes“ für die elektronische Zigarette sind ein paar Hilfsmittel praktisch. Ein Messbecher ist sehr nützlich, ein Taschenrechner enorm hilfreich und auch verschieden große Spritzen (im Idealfall mit stumpfer Kanüle!) erleichtern die Arbeit erheblich. Das fertige E-Liquid gibt man nach dem Mischen in eine leere Tröpflerflasche, mit der man später den Tank bequem befüllen kann. Geeignete Tröpflerflaschen sind mit 10 ml, 30 ml, 50 ml und sogar 100 ml Fassungsvermögen und in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Um die Basis und das Aroma noch im Messerbecher ordentlich zu vermischen, bieten sich Hilfsmittel wie ein Milchaufschäumer an. Viele erfahrene Dampfer greifen sogar zu einem professionellen Magnetrührer. Einsteiger können sich aber auch einfach auf die eigene Muskelkraft verlassen und die Flasche ordentlich schütteln, damit sich die Basis und das Aroma miteinander verbinden.

Glaubensfrage: Liquid reifen lassen?

Als Selbstmischer hört man immer wieder von der Reifezeit. Damit ist eine gewisse Wartezeit nach dem Anmischen gemeint, die den Geschmack abrunden soll. Während einige Dampfer berichten, dass sie ihre Kreationen grundsätzlich sofort dampfen, schwören viele andere Nutzer der elektronischen Zigarette auf das Reifen der selbstgemischten E-Liquids, das mehrere Tage oder sogar Wochen dauern kann. Sie berichten von einem runderen Geschmack ohne störende Spitzen und von einem kräftigeren, ausgewogeneren Geschmackserlebnis. Viele Hersteller von Aromen geben auf ihren Produkten sogar eine empfohlene Reifezeit an. Ob das Reifen sinnvoll ist, sollte man am besten selbst herausfinden. Zum Reifen stellt man die Mischung im Idealfall an einen warmen, dunklen Ort und schüttelt die Flüssigkeit regelmäßig durch. Im Laufe der Zeit kann es gerade bei nikotinhaltigen Kombinationen zu einer gelblichen, rötlichen oder bräunlichen Verfärbung kommen. Keine Sorge, das ist völlig normal und gilt bei vielen Dampfern sogar als Qualitätsmerkmal für eine lange gereifte Mischung.